Fan­hil­fen ver­zeich­nen Zuwachs und ver­lan­gen Stopp zuneh­men­der Kri­mi­na­li­sie­rung von Fuß­ball­fans auf bun­des­wei­tem Treffen

7 Sep. 2025 | Allgemein

Am heu­ti­gen Tage fand sich der Dach­ver­band der Fan­hil­fen e .V. zu sei­nem jähr­li­chen bun­des­wei­ten Tref­fen in Ham­burg zusam­men. Daran nah­men Fan­hil­fen von 30 Ver­ei­nen aus ganz Deutsch­land teil und spra­chen sich mit deut­li­chen Wor­ten gegen die zuneh­mende Kri­mi­na­li­sie­rung von Fuß­ball­fans aus. Es wurde ein Umden­ken in Poli­tik und Poli­zei gefor­dert. Die Pläne des soge­nann­ten „Sicher­heits­gip­fels“ aus dem Herbst letz­ten Jah­res sol­len ver­wor­fen wer­den. Über­dies sol­len Poli­zei­ein­sätze beim Fuß­ball durch unab­hän­gige Wis­sen­schaft eva­lu­iert und Wei­ter­bil­dungs­mo­dule von Poli­zei­ein­hei­ten zum Thema Fan­kul­tur & Grund­rechte in deren Aus­bil­dung ver­an­kert wer­den, um das Feind­bild Fuß­ball­fan abzubauen.

Die vor­an­schrei­tende Kri­mi­na­li­sie­rung sorgt dafür, dass sich an immer mehr Stand­or­ten die Arbeit der Fan­hil­fen pro­fes­sio­na­li­siert. Mit den neuen Fan­hil­fen Zwi­ckau, Ber­li­ner FC, Dort­mund und Bochum wur­den vier neue Mit­glie­der im Dach­ver­band begrüßt. Die Anzahl der Mit­glie­der des Dach­ver­bands stei­gerte sich damit erneut und wuchs auf 30 ver­schie­dene Stand­orte an. Die Fan­hil­fen in Deutsch­land ver­tre­ten mitt­ler­weile eine hohe fünf­stel­lige Anzahl an Mitgliedern.

Vor­stands­mit­glied im Dach­ver­band der Fan­hil­fen e.V. Linda Röt­tig erklärte hierzu: „Der erneute Zuwachs an Fan­hil­fen ver­deut­licht, dass ein „Wei­ter so“ an immer mehr Stand­or­ten in Deutsch­land keine Option ist. Wäh­rend des heu­ti­gen Tref­fens wurde ein­mal mehr deut­lich, dass die Dis­kre­panz zwi­schen der Rea­li­tät vol­ler Sta­dien mit hun­dert­tau­sen­den Zuschau­ern an jedem Wochen­ende sowie beein­dru­cken­der Fan­kul­tur und durch Poli­tik und Poli­zei her­auf­be­schwo­re­ner Schre­ckens­sze­na­rien ver­meint­lich kriegs­ähn­li­cher Zustände in kei­nem Ver­hält­nis mehr steht. Die jüngs­ten Äuße­run­gen des Bun­des­kanz­lers hierzu waren nur die Spitze des Eis­bergs. Die anwe­sen­den Fan­hil­fen waren sich heute sehr einig, dass es einer kla­ren Trend­um­kehr bedarf, bevor es zu spät ist.“

Die beschlos­se­nen For­de­run­gen des Dachverbandstreffen:

  • Auf­gabe sämt­li­cher Pläne des soge­nann­ten „Sicher­heits­gip­fels“ aus dem ver­gan­ge­nen Herbst.
  • IMK beauf­tragt eine jähr­li­che unab­hän­gige und wis­sen­schaft­li­che Eva­lu­ie­rung der Poli­zei­ein­sätze beim Fußball.
  • Die Ver­eine müs­sen ein öffent­li­ches und unmiss­ver­ständ­li­ches Zei­chen gegen die Hetz­jag­den gegen­über ihren Fans setzen.
  • Ver­bot von Schuss- und Sprüh­waf­fen sowie Tasern der Poli­zei in den Stadien.
  • Wei­ter­bil­dung von Poli­zei­ein­hei­ten durch Auf­nahme von Pflicht­mo­dul „Fan­kul­tur & Grund­rechte“ in der Poli­zei­aus­bil­dung. Dadurch lang­fris­ti­ger Kul­tur­wan­del und Abbau des „Feind­bild Fan“.

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