Gewalt im Sta­dion – Wahr­schein­lich­keit liegt unter 1 Prozent

22 Aug. 2025 | Allgemein

Zu den aktu­el­len, völ­lig rea­li­täts­fer­nen Aus­sa­gen der Gewerk­schaft der Poli­zei zum Bun­des­li­ga­start sagt Linda Röt­tig, Vor­stand vom Dach­ver­band der Fanhilfen:

„Wer sol­che rea­li­täts­fer­nen For­de­run­gen erhebt, hat mit Sicher­heit noch nie ein Spiel im Sta­dion erlebt. Jedes Wochen­ende besu­chen hun­dert­tau­sende Fans die Spiele. Seit dem Ende der Pandemie-Regelungen erlebt der Sta­di­on­be­such einen regel­rech­ten Boom. Nie­mand würde mit sei­ner Fami­lie zu einem Spiel kom­men, wenn es sol­che Zustände geben würde, die die GdP immer wie­der her­auf­be­schwört und mit denen sol­che Maß­nah­men begrün­det wer­den. Denn die Wirk­lich­keit sieht kom­plett anders aus: Auf jedem mit­tel­gro­ßen Volks­fest besteht laut den poli­zei­ei­ge­nen Zah­len eine grö­ßere Gefahr, Opfer einer Straf­tat zu wer­den, als in einem Sta­dion. Wenn über­haupt, sor­gen mas­sive Poli­zei­ein­sätze mit der Nut­zung von Pfef­fer­spray in voll­be­setz­ten Zuschau­er­be­rei­chen und Ähn­li­chem für Angst und Schre­cken in den Sta­dien. Die Debatte geht somit an der Wirk­lich­keit vor­bei. Im Übri­gen gel­ten selbst­ver­ständ­lich auch für Fuß­ball­fans Grund­rechte, die die Rea­li­sie­rung der­ar­ti­ger Total­über­wa­chungs­fan­ta­sien a la 1984 George Orwell zurecht verbieten.

Durch par­la­men­ta­ri­sche Anfra­gen in Lan­des­par­la­men­ten und anhand der poli­zei­ei­ge­nen Sta­tis­ti­ken der Zen­tra­len Infor­ma­ti­ons­stelle der Poli­zei (ZIS) zeigt sich sehr deut­lich, dass die Anzahl der Straf­ver­fah­ren und Ver­letz­ten – gemes­sen an der Zahl der Besu­cher in den Sta­dien – ver­schwin­dend gering ist. Die Sta­dien sind sehr sicher. Es gibt vor die­sem Hin­ter­grund kei­nen Anlass für eine wei­tere Auf­rüs­tung der Poli­zei bei Fuß­ball­spie­len, kein Grund für ver­schärfte Ein­lass­kon­trol­len oder zusätz­li­che Videoüberwachung.

Daher for­dern wir die Sicher­heits­be­hör­den zum Sai­son­start dazu auf, ihre Ein­sätze end­lich den rea­len Sicher­heits­ni­veau anzu­pas­sen. Das heißt: weni­ger Poli­zei­prä­senz am Sta­dion und weni­ger kos­ten­in­ten­si­ves Mate­rial, wie Hub­schrau­ber oder Was­ser­wer­fer. Außer­dem sollte die Poli­zei auf zusätz­li­che Über­wa­chungs­maß­nah­men mit Hilfe von KI oder Droh­nen ver­zich­ten. Damit würde sie auch end­lich daten­schutz­recht­li­che Beden­ken ausräumen.“

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