Pit­ti­platsch bleibt Dynamofan

9 Nov 2016 | Abgeschlossene Verfahren

Wer zu Beginn der Arbeit der Schwarz-Gelben Hilfe vor mitt­ler­weile drei Jah­ren dar­auf gewet­tet hätte, dass wir uns mal mit Figu­ren aus unse­ren ost­zo­na­len Kin­der­ta­gen beschäf­ti­gen wür­den, hätte in die­sem Fall groß abge­räumt, aber genau das war das Thema vor eini­gen Wochen. Also nicht der ima­gi­näre Wett­schein, son­dern die bei (nicht nur erwach­se­nen) Kin­dern immer noch beliebte Figur “Pit­ti­platsch”.

Doch was war pas­siert? Ein im K‑Block ansäs­si­ger Fan­club ver­wen­det nun bereits seit eini­gen Jah­ren eben die­sen DDR-Fernsehkobold “Pit­ti­platsch” als Sym­bol für ihren Fan­club. Die Ver­bun­den­heit mit einer DDR-Kindheit und Her­kunft ist kaum deut­li­cher dar­stell­bar. Doch die­sen Umstand sah eine Anwalts­kanz­lei, die im Auf­trag des Medi­en­ver­ban­des RBB/MDR arbei­tet, als große Urhe­ber­rechts­ver­let­zung und for­derte eine Unter­las­sungs­er­klä­rung inklu­sive hor­ren­den Vertragsstrafen.

Da MDR und RBB als Rechts­nach­fol­ger des staat­li­chen Rund­funks der DDR gel­ten, wur­den auch sämt­li­che Urhe­ber­rechte an eben diese über­tra­gen. Schaut man sich aller­dings in der ost­deut­schen Fan­sze­ne­land­schaft um, erkennt man des­öf­te­ren auch urhe­ber­recht­lich geschützte Figu­ren wie etwa den Sand­mann. Doch dazu erklärte MDR-Sprecher Sebas­tian Henne im spä­te­ren Ver­lauf der Ereig­nisse gegen­über Tag24: „Wäh­rend die übri­gen Sandmännchen-Figuren wenigs­tens ori­gi­nal­ge­treu ver­wen­det wer­den, wurde Pit­ti­platsch teil­weise so abge­wan­delt, dass das Gesicht nun böse und angriffs­lus­tig erscheint“.

Der Fan­club wandte sich nach der Zustel­lung der Anwalts­post an die Schwarz Gelbe Hilfe. Wir konn­ten dank unse­res Netz­wer­kes einen Fach­an­walt enga­gie­ren, der die Ver­tei­di­gung der Beschul­dig­ten über­nahm und sich auf einen dro­hen­den Pro­zess vor­be­rei­tete. Durch einen klei­nen Bericht im “Zen­tral­or­gan” der ULTRAS DYNAMO bekam nun auch die bun­des­weite Pres­se­land­schaft von die­sem Vor­ha­ben Wind und begann aus­führ­lich über die­ses Pup­pen­thea­ter zu berichten.

Dass hier mit Kano­nen auf Spat­zen geschos­sen wird, erkann­ten nun aller­dings auch die obers­ten Ent­schei­dungs­trä­ger des MDR und so konnte in die­sem Fall hin­ter den Kulis­sen und mit Hilfe des Anwalts eine zufrie­den­stel­lende und vor allem zeit­nahe Lösung gefun­den wer­den, mit der alle Betei­lig­ten gut leben kön­nen. Ein­zige Aus­nahme bil­det hier­bei wohl die Rechts­ver­tre­tung des MDR/RBB, die erst die­sen Pro­zess ein­ge­lei­tet haben, aber wie heißt es so tref­fend auf einem Dop­pel­hal­ter des K‑Blocks: “DON‘T MESS WITH DYNAMO!”

Eure Schwarz-Gelbe Hilfe

Quelle Titel­bild: rbb-online-shop.de

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