Poli­zei muss Auf­kle­ber an Fan zurückgeben

18 Jan 2021 | Allgemein

Wäh­rend einer rou­ti­ne­mä­ßi­gen Ver­kehrs­kon­trolle eines Dyna­mo­fans in einer säch­si­schen Kreis­stadt ent­deckte die ört­li­che Poli­zei­streife meh­rere dut­zend Dyna­mo­auf­kle­ber in sei­nem Rück­sack und stellte diese auf­grund einer dro­hen­den Gefahr der Sach­be­schä­di­gung sicher. Mit Hilfe des Schwarz-Gelbe Hilfe e.V. reichte der betrof­fene Dyna­mo­fan eine Klage am Ver­wal­tungs­ge­richt Chem­nitz ein — die Poli­zei­di­rek­tion erklärte dar­auf­hin die­sen Ver­wal­tungs­akt für erle­digt, umging somit ein, für die Poli­zei nega­ti­ves Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts und gab die Auf­kle­ber wie­der in die Hände des recht­mä­ßi­gen Besit­zers zurück.

Es ist eine typi­sche säch­si­sche Kreis­stadt. Jeder kennt hier über meh­rere Ecken jeden und nicht nur an den Wochen­en­den sieht man es vie­len Men­schen an, auch die Later­nen­mas­ten und Ver­kehrs­schil­der zei­gen es — wir befin­den uns mit­ten im Dyna­mo­land. Vor­al­lem letz­te­res ist der ört­li­chen Poli­zei oft­mals ein Dorn im Auge und so kommt es, dass zwei die­ser Poli­zis­ten wäh­rend einer Ver­kehrs­kon­trolle in einem Ruck­sack wohl den Fund ihrer dienst­li­chen Lauf­bahn mach­ten — dut­zende Dyna­mo­auf­kle­ber, wel­che ver­mut­lich frisch zum Heim­spiel hin­term K‑Block erstan­den wur­den. Die bei­den Ord­nungs­hü­ter schrit­ten zur Tat und stell­ten diese, zur prä­ven­ti­ven Gefah­ren­ab­wehr sicher. Der Dyna­mo­fan, völ­lig über­rum­pelt von der Situa­tion, lies die Maß­nahme über sich erge­hen. Nach Been­di­gung der Maß­nahme und der Sicher­stel­lung der Auf­kle­ber kamen ihm Zwei­fel an der Recht­mä­ßig­keit die­ses Vor­ge­hens der Polizei.

Zusam­men mit der Schwarz-Gelbe Hilfe und einem Rechts­bei­stand legte der betrof­fene Dyna­mo­fan Wider­spruch gegen die Sicher­stel­lung sei­nes Eigen­tums ein. Doch die Poli­zei­di­rek­tion war sich ihrer Arbeit und der Recht­mä­ßig­keit ihres Han­delns sicher. Es drohe ja nicht nur die Gefahr eine Sach­be­schä­di­gung durch die Auf­kle­ber, auch zeug­ten die Motive von einer Ver­herr­li­chung von Straf­ta­ten und wären gar gewalt­af­fin. Der Wider­spruch wurde zurückgewiesen.

Doch man lies nicht locker und reichte Klage am Ver­wal­tungs­ge­richt Chem­nitz ein, wel­che doch bitte die Recht­mä­ßig­keit die­ses poli­zei­li­chen Han­delns fest­stel­len sollte. Die Poli­zei war sich auf­grund der dro­hen­den Klage nun ihrem Han­delns nicht mehr so sicher und erklärte durch die Rück­gabe aller sicher­ge­stell­ten Auf­kle­ber die Sache für erledigt.
Durch die Erle­di­gungs­er­klä­rung musste nun das Gericht nur noch über die zu tra­gen­den Kos­ten ent­schei­den. Auch hier wandte sich das Blatt zu Guns­ten des betrof­fe­nen Fuß­ball­fans — Gerichts- und Anwalts­kos­ten musste der Frei­staat Sach­sen tragen.

Eure Schwarz-Gelbe Hilfe

Mehr Artikel

Inter­view mit Ronald Beć — Lei­ter “Fan­pro­jekt Dres­den e.V.” Teil 2
Inter­view mit Ronald Beć — Lei­ter “Fan­pro­jekt Dres­den e.V.” Teil 2

Inter­view mit Ronald Beć — Lei­ter “Fan­pro­jekt Dres­den e.V.” Teil 2

Ihr habt als Sozialarbeiter eine besondere Verantwortung gegenüber eurer Klientel bzw. den aufgesuchten, zu meist jugendlichen Fußballfans. Aufgrund eurer Nähe zu diesen Leuten, den Gesprächen mit ihnen, fungiert somit auch als Geheimnisträger, ähnlich einem...

Inter­view mit Ronald Beć — Lei­ter “Fan­pro­jekt Dres­den e.V.” Teil 1
Inter­view mit Ronald Beć — Lei­ter “Fan­pro­jekt Dres­den e.V.” Teil 1

Inter­view mit Ronald Beć — Lei­ter “Fan­pro­jekt Dres­den e.V.” Teil 1

Vor einigen Wochen haben wir uns mit Ronald Beć, dem Geschäftsführer des Fanprojekt Dresden e.V. über Videotelefonie getroffen, haben über die aktuelle Situation im Fußball diskutiert, die geplanten Kürzungen Seitens des DFB bei Fanprojekten geredet, aber vor allem...